Identitätsverlust klingt zunächst wie ein abstraktes Konzept, das nur entfernt mit unserem eigenen Leben zu tun hat. Doch wenn wir ehrlich sind, erkennen wir oft, dass wir uns in Rollen befinden, die wir eigentlich gar nicht wollen. Diese Rollen können uns auf Dauer krank machen und den beruflichen Erfolg enorm bremsen. Vielleicht erkennst du dich selbst in den folgenden Geschichten zweier Unternehmerinnen wieder – Geschichten von Menschen wie du und ich

Vom Elan zur Erschöpfung: Kathrins Geschichte

Auf einem Netzwerktreffen in Lüneburg traf ich Kathrin zum ersten Mal. Ihr strahlendes Lächeln und ihre offene Art zogen mich sofort in ihren Bann. Während wir uns über unsere beruflichen Herausforderungen austauschten, teilte Kathrin ihre Erfahrungen mit mir.

Kathrins lebendige Erzählungen ließen mich förmlich spüren, mit welchem Enthusiasmus sie vor drei Jahren in ihr neues berufliches Abenteuer gestartet war. Ihr Elan und ihre Entschlossenheit waren beeindruckend. Doch im Laufe unseres Gesprächs offenbarte sie auch die Schattenseiten ihres beruflichen Erfolgs.

Sie erzählte von den vielen schlaflosen Nächten, den endlosen Stunden, die sie in ihre Arbeit investierte, und den körperlichen Beschwerden, die sie seit Jahren plagten: Migräne, Nackenschmerzen, Tinnitus – Symptome, die sie nicht länger ignorieren konnte.

Trotz ärztlicher Untersuchungen und verschiedener Therapien fand Kathrin keine wirkliche Erklärung für ihre Beschwerden. Sie fühlte sich leer, müde und antriebslos, und der ständige Druck, immer mehr leisten zu müssen, lastete schwer auf ihren Schultern.

Während Kathrin von ihrer Kindheit erzählte, von dem Druck, den sie sich selbst auferlegte, um den Erwartungen ihrer Eltern gerecht zu werden, spürte ich, wie sehr sie unter diesem Ballast litt. Obwohl ihre Eltern nie direkt gesagt hatten, dass sie nicht gut genug sei, hatte Kathrin das Gefühl, nie ihren eigenen Ansprüchen zu genügen.

Kathrins Geschichte verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich selbst zu hinterfragen und den Mut zu haben, neue Wege zu gehen. Die Reise zu einem erfüllten Leben beginnt damit, die eigenen Überzeugungen zu überprüfen und Raum für Veränderung zu schaffen. Und auch wenn der Weg steinig sein mag, ist das Ziel – ein Leben in Klarheit und Kraft – jeden Schritt wert.

Identitätsverlust in der Führungsebene: Emilys Geschichte

Stell dir vor, du stehst an der Spitze deines Unternehmens, und jeder sieht deinen Erfolg. Doch was, wenn ich dir sage, dass viele von uns, einschließlich erfolgreicher Unternehmer wie du, eine stille Schlacht erleben? Diese Schlacht um die eigene Identität, die uns inmitten des Erfolgs entfremdet und manchmal unsichtbaren Stress verursacht.

Lass uns einen Blick auf die Realität werfen, treffen wir Emily, eine inspirierende Geschäftsführerin, die plötzlich den Verlust ihrer persönlichen Identität inmitten ihrer beruflichen Triumphe spürt. Die Anforderungen des Unternehmertums haben dazu geführt, dass sie sich von ihrem authentischen Selbst entfremdet hat. Der ständige Druck des Erfolgs, die Erwartungen der Stakeholder und die Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter haben Emily dazu gebracht, sich selbst zu verlieren.

In der Welt des Unternehmertums steht ständiger Wandel an der Tagesordnung. Die Anforderungen an Emily als Geschäftsführerin sind hoch, und dieser Druck kann zu einem schleichenden Identitätsverlust führen. Der Stress, stets erfolgreich zu sein, kann schwerwiegende Auswirkungen auf ihre mentale und emotionale Gesundheit haben.

Emily’s unternehmerisches Denken ist der Motor ihres Erfolgs. Identitätsverlust kann diesen Motor jedoch ins Stottern bringen. Sie fragt sich, ob ihre Entscheidungen noch im Einklang mit ihren authentischen Werten stehen oder ob sie sich verstellen muss, um den Erwartungen gerecht zu werden. Der Verlust der eigenen Identität kann zu Unsicherheit und Unklarheit in der strategischen Ausrichtung ihres Unternehmens führen.

Identitätsverlust in der Führungsebene überschreitet oft die Grenzen des Geschäftslebens und wirkt sich auch auf Emilys persönliches Umfeld aus, insbesondere auf ihre Familie. Ihre Liebsten bemerken Veränderungen in ihrem Verhalten, wie zum Beispiel Unruhe, Reizbarkeit oder sogar emotionale Distanziertheit. Die Verschmelzung von beruflichem Stress mit dem persönlichen Leben kann zu Spannungen und Missverständnissen führen.

Die Stille um das Thema Identitätsverlust in der Führungsebene führt zu einer Vielzahl von Herausforderungen, sowohl persönlich als auch für das Unternehmen. Indem wir darüber sprechen, brechen wir das Tabu und öffnen die Tür zu innerer Ruhe und persönlichem Wachstum.

Es ist an der Zeit, den Schleier des Schweigens zu lüften und einen offenen Dialog über Identitätsverlust in der Führungsebene zu führen. Die Notwendigkeit dieses Gesprächs liegt nicht nur darin, individuelle Leiden zu lindern, sondern auch darin, die Arbeitskultur zu verbessern. Ein offener Umgang mit dieser Herausforderung kann ein unterstützendes Umfeld fördern, in dem sich Unternehmer:innen und Führungskräfte wie du frei entfalten können.

Fazit

In den Geschichten von Kathrin und Emily wird deutlich, wie leicht wir unsere eigene Identität im Strudel beruflichen Erfolgs und äußerer Erwartungen verlieren können. Doch dieses Leben im Dauerstress, begleitet von Schlafproblemen und körperlicher sowie emotionaler Erschöpfung, ist keineswegs normal.

Es ist an der Zeit zu erkennen, dass dieser Zustand nicht nachhaltig ist. Denn während wir vielleicht im Idealfall hoffen, dass sich alles von selbst regelt, verschlechtert sich die Situation in den meisten Fällen weiter.

Wenn wir den Mut aufbringen, uns selbst ehrlich zu reflektieren und alte Muster zu erkennen, öffnen wir die Tür zu einem erfüllten Leben. Denn letztendlich können unsere innere Zufriedenheit und die Fähigkeit, im Einklang mit unseren Werten zu leben, nicht nur unser persönliches Wohlbefinden steigern, sondern auch als kraftvoller Booster für unser Unternehmen wirken. Durch das Erleben von Leichtigkeit in unserem Handeln können wir feststellen, dass Dinge viel leichter fallen und wir dadurch effektiver und erfolgreicher sind.